Die manuelle Medizin stellt einen wichtigen Bereich innerhalb der medizinischen Behandlung dar und kann von Kollegen verschiedenster Disziplinen erlernt werden. Die Diplomordnung für manuelle Medizin des ÖÄK-Diploms eröffnet grundsätzlich allen Fachgruppen die Möglichkeit, dieses Diplom zu erwerben. Allerdings war die Qualifikation bisher für Kinderärztinnen und Kinderärzte wenig attraktiv, da die angewandten Techniken überwiegend auf Erwachsene ausgerichtet waren.
Neue Kursserie für Kinderärzte und Interessierte
Um diesem Umstand entgegenzuwirken, wurde eine neue Kursserie ins Leben gerufen: „Refresher Manuelle Medizin – unter dem besonderen Gesichtspunkt für Kinder und Jugendliche“. In diesen Kursen werden die traditionellen Techniken der manuellen Medizin speziell an die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen angepasst und vermittelt.
Die Kursreihe richtet sich einerseits an interessierte Kolleginnen und Kollegen, die ihr Wissen im Bereich der manuellen Medizin vertiefen möchten, andererseits aber insbesondere an Kinderärztinnen und Kinderärzte. Ihnen soll damit ein gezielter und praxisnaher Einstieg in die Prinzipien und Techniken der manuellen Medizin ermöglicht werden.
Kursserie im Detail
Die neue Kursserie zur manuellen Medizin, die speziell für Pädiater und Interessierte konzipiert wurde, ist in sechs einzelne Module unterteilt. Jeder Kurs dauert drei Tage, sodass die gesamte Serie eine umfassende und praxisnahe Fortbildung bietet. Insgesamt können durch die Teilnahme an allen Kursen 180 DFP-Punkte erworben werden, was die hohe Qualität und Relevanz der Fortbildungsreihe unterstreicht.
- Kurs R1: Im ersten Modul liegt der Fokus auf dem lumbosakralen Übergang sowie dem Sakroiliakalgelenk (SIG). Die Teilnehmer lernen die Besonderheiten dieser Region bei Kindern und Jugendlichen sowie geeignete manuelle Techniken kennen.
- Kurs R2: Das zweite Modul widmet sich der Lendenwirbelsäule (LWS) bei Kindern und Jugendlichen. Hier stehen altersgerechte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden im Mittelpunkt.
- Kurs R3: Im dritten Kurs werden die Brustwirbelsäule (BWS) und der Thorax behandelt. Die Teilnehmer befassen sich mit den funktionellen Zusammenhängen und den speziellen Herausforderungen in diesem Bereich.
- Kurs R4: Das vierte Modul behandelt die Halswirbelsäule (HWS) und legt besonderes Augenmerk auf die sogenannten Schlüsselregionen. Ziel ist es, die Bedeutung dieser Bereiche für die Gesamtstatik und -dynamik zu vermitteln.
- Kurs R5: Im fünften Kurs stehen die obere Extremität und die Neurodynamik im Vordergrund. Die Teilnehmer lernen, wie funktionelle Störungen in diesen Bereichen erkannt und behandelt werden können.
- Kurs R6: Das abschließende Modul befasst sich mit der unteren Extremität und der Neurodynamik. Auch hier werden die speziellen Anforderungen bei Kindern und Jugendlichen berücksichtigt.
In allen Kursen wird großer Wert auf das Verständnis der neurophysiologischen und funktionellen Zusammenhänge gelegt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den viszeralen Verbindungen zur Wirbelsäule, wobei stets die anatomischen Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen sowie wichtige Differentialdiagnosen berücksichtigt werden. Dadurch erhalten die Teilnehmer nicht nur fundiertes theoretisches Wissen, sondern auch praxisnahe Fähigkeiten für die tägliche Arbeit mit jungen Patientinnen und Patienten.
Weitere Kursserie: Manuelle Medizin bei Kindern
Für Pädiaterinnen und Pädiater bieten wir darüber hinaus die Möglichkeit, nach zumindest 3 dieser Kurse an der Kursserie „Manuelle Medizin bei Kindern / Integrative manualmedizinische Entwicklungstherapie (IMMET)“ teilzunehmen. Diese Kursreihe steht ebenfalls interessierten Kolleginnen und Kollegen als anerkannte Fortbildung offen. Im Rahmen dieser Fortbildung werden neben allgemeinen Prinzipien und Techniken der manuellen Medizin auch spezifische Behandlungsmöglichkeiten für Säuglinge und Kleinkinder vermittelt. Ein besonderer Bestandteil der Kursserie ist zudem die Einführung in die Atlasimpulstherapie nach Arlen.
Die gesamte Kursserie umfasst insgesamt 128 DFP-Punkte. Damit erhalten die Teilnehmer eine umfassende und praxisorientierte Weiterbildung, die sowohl für die tägliche Arbeit mit jungen Patientinnen und Patienten als auch für die persönliche fachliche Entwicklung wertvoll ist.
Nach Abschluss beider Kursserien – der allgemeinen Weiterbildung/Refresher in manueller Medizin sowie der spezialisierten Reihe für Kinder – können Pädiaterinnen und Pädiater das Diplom Manuelle Medizin beantragen. So wird ein fundierter und zertifizierter Kompetenznachweis im Bereich der manuellen Medizin ermöglicht.
Kontakt und weitere Informationen
Bei Interesse an den Kursen oder für weiterführende Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns – wir informieren Sie umfassend und beantworten Ihre Fragen.


